Vektor:Veranstaltungsarten

Aus Fachschaften Informatik & Mathematik
Version vom 13. August 2009, 19:21 Uhr von Sgo (Diskussion | Beiträge) (Informatik 1 na ratet mal...gibt es nicht mehr)
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Anders als in der Schule gibt es im Studium verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen. Um die Orientierung ein wenig zu erleichtern, stellen wir euch hier einige typische Veranstaltungsarten einmal kurz vor. Vorweg sei noch mal geschickt: Sollten Probleme oder Unzufriedenheiten mit dem Dozenten, dem Vorlesungsinhalt oder den Übungen herrschen, so informiert uns bitte, wir können sicher gemeinsam etwas zur Verbesserung der Lage erreichen.

Auf den Seiten der Fachschaft habt ihr unter der Rubrik Kontakt die Möglichkeit anonym mit uns in Verbindung zu treten. Möchtet ihr eine Antwort erhalten, solltet ihr jedoch eure E-Mail-Adresse angeben. Wir werden dann versuchen mit dem jeweiligen Dozenten in Kontakt zu treten und das Problem zu lösen.

Vorlesungen

In den ersten Semestern werdet ihr euer Wissen hauptsächlich aus Vorlesungen beziehen. Vorlesungen werden von Dozenten (Professoren, Privat-Dozenten, manchmal auch Doktoren) gehalten, die allerdings (zum Glück!?) eher nichts vorlesen, dafür aber um so mehr an die Tafel schreiben oder zu hübschen Folien vom Projektor erzählen. Jedem Studenten der CAU ist der Besuch solcher Vorlesungen ohne Anmeldung gestattet, was bedeutet, dass ihr auch einmal in andere Fachbereiche (Stichwort: Nebenfachwahl) hineinschnuppern dürft.

Vorlesungen dienen der Stoffübermittlung. In wie weit diese Übermittlung auch eine Vermittlung ist, hängt vom Dozenten, von euch und den begleitenden Lehrveranstaltungen (z.B. Übungen) ab. Vorlesungen sind in der Regel nicht der Ort, um Fragen zu stellen, jedoch freut sich der ein oder andere Dozent über Korrekturen und intelligente Zwischenfragen.

Mitunter kommt es in Mode, ähnlich wie in den populären Disziplinen BWL oder Jura die Vorlesungen für ausgedehnte Unterhaltungen mit den Kommilitonen (andere Studierende) zu nutzen. Das stört andere Interessierte gewaltig. Unsere Bitte: Solltet ihr eher unruhige Zeitgenossen sein, nutzt doch vermehrt die hinteren Bänke der Hörsäle. Die Anwesenheit in der Vorlesung ist übrigens keine Voraussetzung, um einen Leistungsnachweis (Schein) in der Veranstaltung zu erlangen, mal abgesehen von seltenen Veranstaltungen, in denen es Teilnahmescheine zu verschenken gibt.

Das Mitschreiben in Vorlesungen ist meistens notwendig, stellt aber anfangs häufig ein gewisses Problem dar, weil es doch recht schwierig ist, gleichzeitig zu schreiben und den Stoff zu verinnerlichen. Dies ist aber von Dozent zu Dozent unterschiedlich; bei einigen ist die mündliche Information der schriftlichen an der Tafel fast gleichzusetzen, bei anderen ist die schriftliche Information nur als roter Faden gedacht, so dass man sich Ergänzungen dazu machen sollte, damit man nachher nicht vor einem Sammelsurium von Worten und Formeln sitzt. Glücklicherweise setzt es sich immer mehr durch, dass Dozenten ihre Skripte (also das, was sie an die Tafel schreiben) ins Internet stellen. Manche Studenten schreiben auch während der Vorlesung auf ihren Notebooks mit und stellen die Sachen danach ins Internet. Vielleicht finden sich ja auch für die diesjährigen Erstsemester-Veranstaltungen ein paar Freiwillige.

Auf jeden Fall solltet ihr euch die Zeit nehmen, die Vorlesung in Ruhe nachzuarbeiten, denn anders als in den bereits benannten populären Disziplinen ist man in Mathematik und Informatik in kürzester Zeit abgehängt. Hilfreich dabei können natürlich auch vom Dozenten empfohlene Bücher oder schon existierende Vorlesungsskripte sein, oder man lässt sich durch eine andere Art von Lehrveranstaltung zur Nachbereitung zwingen:

Übungen

Übungen begleiten Vorlesungen und dienen dazu, euer neues Wissen einzuüben, anzuwenden, Unklarheiten zu beseitigen und die zugehörigen fachlichen Fähigkeiten zu erlernen. Sie finden in Gruppen von etwa zwanzig Studierenden statt, sind meistens zweistündig und werden von Doktoranden, Dozenten oder HiWis betreut. Eure Übungsgruppenleiter können sich dort natürlich intensiver mit euren Fragen und Problemen auseinandersetzen, als es in den Vorlesungen möglich ist. Übungen ohne dazugehörige Vorlesung gibt es in unseren Fachbereichen nicht. Da erst einmal Stoff zum Üben erarbeitet werden muss, fangen die Übungen üblicherweise erst einige Zeit nach Semesterstart an.

Eine Anmeldung zu diesen Übungen ist meistens erforderlich und wird in der Regel in den ersten zur Übung gehörigen Vorlesungen durchgeführt, es werden Listen mit den angebotenen Terminen herumgegeben und die Studenten werden gebeten, sich einzutragen und für sie nicht passende Zeiten zu kennzeichnen. Im Bereich der Informatik ist durchaus eine direkte Wahl einer konkreten Übungsgruppe auf elektronischem Wege üblich, alle Informationen hierfür werden in diesem Fall vom Dozenten in der ersten oder zweiten Vorlesung bekanntgegeben.

Euch werden wöchentlich Aufgaben gestellt, die ihr zu einem bestimmten Termin abgegeben haben müsst, damit sie von den Übungsgruppenleitern korrigiert werden. In der darauffolgenden Übung werden diese dann besprochen. Besprechen heißt von Übungsgruppenleiter zu Übungsgruppenleiter auch immer ein wenig etwas anderes, z.B. dass der Übungsleiter die Aufgaben vorrechnet oder einer von euch seine Ergebnisse vorstellt. Hierbei scheut euch bitte nicht Fragen zu stellen, wenn ihr etwas nicht verstanden haben solltet. Es ist nicht wie in der Schule, dass eure mündliche Leistung in eine Note eingehen könnte. Daher: Nur Mut zur Frage! Manchmal gibt es auch Präsenzaufgaben, die nur in den Übungen vor Ort bearbeitet oder vom Leiter präsentiert werden. Diese Art der Aufgaben erfreuen sich unter den Studierenden immer höherer Beliebtheit.

Teilweise sind die Übungsaufgaben komplett freiwillig und dienen nur dem, was ihr Name schon andeutet: dem Üben. Es können aber auch Bonuspunkte auf eine Klausur am Semesterende oder überhaupt erst eine Klausurzulassung damit verbunden sein (ja, mit den Bonuspunkten kann man dann theoretisch auch mal 120% erreichen…). Einige Scheine wurden in den alten Studiengängen ausschließlich für die Bearbeitung der Übungsaufgaben vergeben. Diese Option existiert aber für Bachelor-Studierende nicht, sie müssen in jedem Fall eine Klausur oder mündliche Prüfung absolvieren. Unabhängig davon solltet ihr euch mit den Aufgaben auf jeden Fall eingehend beschäftigen. Sie sind eine gute Vorbereitung auf die Klausur und ein gutes Mittel, um den Stoff zu vertiefen.

Einige Übungsgruppenleiter, auf jeden Fall aber die Dozenten, bieten eine Sprechstunde an. Während dieser kann man noch mal auf kritische Punkte der Vorlesung eingehen und sich auch Tipps zur aktuellen Übungsaufgabenserie abholen. Auch wenn Übungsleiter schon lange studieren, sind sie genauso wenig Ansprechpartner für Fragen zur Prüfungsordnung wie die Dozenten der Vorlesungen.

Die Übungsaufgaben, von denen die Rede ist, sind schwer, manchmal zu schwer, um die Lösung alleine zu finden. Und vor allem bei der Mathematik ist dies von den Dozenten auch so geplant, also nicht erschrecken! Findet euch mit anderen Kommilitonen zusammen und versucht zusammen, etwa nachmittags in der Mensa, die Aufgaben, so gut es geht, zu bearbeiten. Auch wenn die Dozenten Abgaben in höchstens Zweiergruppen wünschen, ist die Zusammenarbeit in großer Gruppe sinnvoll; die Ergebnisse notieren sollte jede Gruppe jedoch unabhängig und für sich alleine. Die Zeit, die dafür einzukalkulieren ist, schwankt je nach persönlichen Fähigkeiten zwischen zwei und zehn Stunden, wobei die mathematischen Veranstaltungen eher die obere Grenze berühren. Hier tut sich auf, warum Studieren eine Vollzeitbeschäftigung ist und es gravierende Unterschiede zu den obigen populären Disziplinen gibt. Übung macht den Master!


Scheine

Ein „Schein“ ist der gedruckte Nachweis eurer (erfolgreichen) Teilnahme an einer bestimmten Veranstaltung. Für das Studium sind verschiedene „Arten“ von Scheinen notwendig. Besonders beim Lehramtsstudium gibt es manchmal einen „Teilnahmeschein“, welcher im Allgemeinen für regelmäßige Anwesenheit beispielsweise in einem Seminar ausgeben wird. Die oben genannten Aufgaben in den Übungen sind meist Grundlage für den „Übungsschein“ (Leistungsnachweis). Auch schon erwähnt wurde eine Klausur am Ende des Semesters als Grundlage für einen Schein (teilweise ein „Übungsschein“, manchmal auch ein „Klausurschein“, was aber egal ist, es sind beides „Leistungsscheine“ - und darauf kommt es an). Hierzu ist zu sagen, dass in der Informatik üblicherweise Noten vergeben werden (ausschlaggebend hierfür ist dann nur die Klausur und eventuelle Boni), in der Mathematik auch nicht bei einer Klausur (sondern nur im Hauptstudium bei den Seminaren). Die Scheine, die ihr (hoffentlich) am Semesterende bekommt, bestätigen den Erhalt einer bestimmten Anzahl an Leistungspunkten (ECTS-Punkten), die man für den Bachelorabschluss benötigt. Die genauen Kriterien für die Scheinvergabe werden am Anfang des Semesters individuell vom jeweiligen Dozenten festgelegt, also erkundigt euch danach.

Die Scheine an sich gibt es in der Mathematik in der letzten Vorlesung oder beim Übungsleiter. In der Informatik werden die Scheine in der Studierendendatenbank, für die ihr zu Beginn eures Studiums Zugangsdaten erhaltet, gespeichert. Im Ausnahmefall gibt es (donnerstags) im Geschäftszimmer des Instituts im 12. Stock des Verwaltungshochhauses gegen Ende der jeweiligen Ferien eine Papierfassung. Also alles höchst unterschiedlich und Ausnahmen bestätigen die Regel, wer hätte es gedacht. Nur erwähnt werden sollte es hier unbedingt, weil die Frage gegen Ende jeden Semesters kommt - weglaufen werden die Scheine jedenfalls nicht.

Nicht jede Veranstaltung muss mit einem Schein von euch absolviert werden, jedoch empfiehlt sich das allgemein. Im späteren Verlauf des Studiums könnte ein Schein in der von euch besuchten Veranstaltung nicht notwendig sein (weil ihr etwa schon ausreichend habt) - trotzdem ist ein Schein aber auch eine persönliche Bestätigung.

Tutorien

Tutorien sind Blockveranstaltungen, die der Nachbereitung von Vorlesungen dienen. Man könnte sie auch als aufgebohrte Übungen klassifizieren. So werden zum Beispiel jeweils nach den ersten beiden Semestern meist zweiwöchige Tutorien in Linearer Algebra sowie Analysis angeboten, die wiederum von HiWis geleitet werden. Sie sind eine weitere Möglichkeit, noch offene Fragen zu klären und eine willkommene Abwechslung zum Lernen im stillen Kämmerlein und sollten unbedingt besucht werden, wenn man die Nachschreibeklausur nach den Semesterferien schreiben muss.

Praktika

Es gibt zwei Sorten von Praktika:

Zum einen Praktika außerhalb der Uni, zum Beispiel die Schulpraktika der Lehramtsstudierenden oder das Industriepraktikum in der Informatik.

Zum anderen gibt es Praktika innerhalb der Uni, in denen das praktische wissenschaftliche Arbeiten erlernt werden soll. Auch hierfür muss man sich in der Regel anmelden. So werden zum Beispiel im Hardwarepraktikum Schaltkreise am Rechner simuliert oder in den Physikpraktika Versuche aus verschiedenen Gebieten (Mechanik, Optik, …) durchgeführt. Für im Hauptstudium durchgeführte Praktika werden häufig Programmierkenntnisse in geringem Maße vorausgesetzt, kleine Einführungen dazu bietet das Rechenzentrum in der vorlesungsfreien Zeit an, meist genügen aber Erfahrungen aus den Grundmodulen. Gleich im ersten Semester ist für die Informatik das einführende Programmierpraktikum angesiedelt. Hier werden in kleinen Gruppen die Programmierkenntnisse (vermutlich dieses Semester in der funktionalen Sprache Scheme) vertieft, während obige Übungen eher theoretische Sachverhalte beleuchten.

Proseminare und Seminare

Veranstaltungen, die ihr später in unserem Fachbereich kennenlernen werdet, sind Proseminare und Seminare.

An einem Proseminar könnt ihr schon vor der Zwischenprüfung oder der Diplomvorprüfung teilnehmen. Hier wird meist ein Teilgebiet des Studienfaches anhand konkreter Probleme erarbeitet. Insbesondere sollen Studierende selbst die notwendigen Begriffe und Methoden entwickeln, deren Bedeutung durch das eher passive Aufnehmen in den Vorlesungen nicht unbedingt klar wird.

In den Seminaren hingegen hält jeder Teilnehmer einen Vortrag über einen Abschnitt aus einem Buch oder über eine wissenschaftliche Originalarbeit. Es empfiehlt sich, vor dem ersten eigenen Vortrag ein Seminar als Gast zu besuchen, damit man weiß, was einen erwartet.