Vektor:Veranstaltungsarten

Aus Fachschaften Informatik & Mathematik

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Anders als in der Schule gibt es im Studium verschiedene Arten von Lehrveranstaltungen. Um die Orientierung ein wenig zu erleichtern, stellen wir euch hier einige typische Veranstaltungsarten einmal kurz vor. Vorweg sei noch mal geschickt: Sollten Probleme oder Unzufriedenheiten mit dem Dozenten, dem Vorlesungsinhalt oder den Übungen herrschen, so informiert uns bitte, wir können sicher gemeinsam etwas zur Verbesserung der Lage erreichen.

Auf den Seiten der Fachschaft findet ihr unter der Rubrik „Kontakt“ Möglichkeiten, mit uns in Verbindung zu treten. Wir werden dann versuchen, mit dem jeweiligen Dozenten in Kontakt zu treten und das Problem zu lösen.

Inhaltsverzeichnis

Vorlesungen

In den ersten Semestern werdet ihr euer Wissen hauptsächlich aus Vorlesungen beziehen. Vorlesungen werden von Dozenten (Professoren, Privat-Dozenten, manchmal auch Doktoren) gehalten, die allerdings (zum Glück!?) eher nichts vorlesen, dafür aber um so mehr an die Tafel schreiben oder zu hübschen Folien vom Projektor erzählen. Jedem Studenten der CAU ist der Besuch solcher Vorlesungen ohne Anmeldung gestattet, was bedeutet, dass ihr auch einmal in andere Fachbereiche (Stichwort: Nebenfachwahl) hineinschnuppern dürft.

Vorlesungen dienen der Stoffübermittlung. In wie weit diese Übermittlung auch eine Vermittlung ist, hängt vom Dozenten, von euch und den begleitenden Lehrveranstaltungen (z.B. Übungen) ab. Vorlesungen sind in der Regel nicht der Ort, um Fragen zu stellen, jedoch freut sich der eine oder andere Dozent über Korrekturen und intelligente Zwischenfragen.

Mitunter kommt es in Mode, ähnlich wie in den populären Disziplinen BWL oder Jura die Vorlesungen für ausgedehnte Unterhaltungen mit den Kommilitonen (andere Studierende) zu nutzen. Das stört die am Stoff Interessierten gewaltig. Unsere Bitte: Solltet ihr eher unruhige Zeitgenossen sein, nutzt doch vermehrt die hinteren Bänke der Hörsäle. Die Anwesenheit in der Vorlesung ist übrigens keine Voraussetzung für einen Leistungsnachweis, jedoch für die Übungen, welche meist Anwesenheitspflicht haben, inhaltlich sehr wichtig.

Das Mitschreiben in Vorlesungen ist meistens notwendig, stellt aber anfangs häufig ein gewisses Problem dar, weil es doch recht schwierig ist, gleichzeitig zu schreiben und den Stoff zu verinnerlichen. Dies ist aber von Dozent zu Dozent unterschiedlich; bei einigen ist die mündliche Information der schriftlichen an der Tafel fast gleichzusetzen, bei anderen ist die schriftliche Information nur als roter Faden gedacht, so dass man sich Ergänzungen dazu machen sollte, damit man nachher nicht vor einem Sammelsurium von Worten und Formeln sitzt. Glücklicherweise setzt es sich immer mehr durch, dass Dozenten ihre Skripte (also das, was sie an die Tafel schreiben) ins Internet stellen. Manche Studenten schreiben auch während der Vorlesung auf ihren Notebooks mit und stellen die Sachen danach ins Internet. Dies ist jedoch in manchen Vorlesungen untersagt oder zeitlich nicht machbar. Vielleicht finden sich ja auch für die diesjährigen Erstsemester-Veranstaltungen ein paar Freiwillige.

Auf jeden Fall solltet ihr euch die Zeit nehmen, die Vorlesung in Ruhe nachzuarbeiten und vorzubereiten, denn anders als in den bereits benannten populären Disziplinen – und anders als in der Schule – ist man in Mathematik und Informatik in kürzester Zeit abgehängt. Hilfreich dabei können natürlich auch vom Dozenten empfohlene Bücher oder schon existierende Vorlesungsskripte sein, oder man lässt sich durch eine andere Art von Lehrveranstaltung zur Nachbereitung zwingen:

Übungen

Übungen begleiten Vorlesungen und dienen dazu, euer neues Wissen einzuüben, anzuwenden, Unklarheiten zu beseitigen und die zugehörigen fachlichen Fähigkeiten zu erlernen. Sie finden in Gruppen von etwa zwanzig Studierenden statt, sind meistens zweistündig und werden von Doktoranden, Dozenten oder HiWis betreut. Eure Übungsgruppenleiter können sich dort natürlich intensiver mit euren Fragen und Problemen auseinandersetzen, als es in den Vorlesungen möglich ist. Übungen ohne dazugehörige Vorlesung gibt es in unseren Fachbereichen nicht. Da erst einmal Stoff zum Üben erarbeitet werden muss, fangen die Übungen üblicherweise erst einige Zeit nach Semesterstart an.

Eine Anmeldung zu diesen Übungen ist meistens erforderlich und wird in der Regel in den ersten zur Übung gehörigen Vorlesungen durchgeführt, es werden Listen mit den angebotenen Terminen herumgegeben und die Studenten werden gebeten, sich einzutragen und für sie nicht passende Zeiten zu kennzeichnen. Im Bereich der Informatik ist durchaus eine direkte Wahl einer konkreten Übungsgruppe auf elektronischem Wege üblich, alle Informationen hierfür werden in diesem Fall vom Dozenten in der ersten oder zweiten Vorlesung bekanntgegeben. In den Nebenfächern kann es auch sein, dass man sich vor Vorlesungsbeginn persönlich anmelden muss.

Euch werden wöchentlich Aufgaben gestellt, die ihr zu einem bestimmten Termin abgegeben haben müsst, damit sie von den Übungsgruppenleitern korrigiert werden. In der darauffolgenden Übung werden diese dann besprochen. Besprechen heißt von Übungsgruppenleiter zu Übungsgruppenleiter auch immer ein wenig etwas anderes, z.B. dass der Übungsleiter die Aufgaben vorrechnet oder einer von euch seine Ergebnisse vorstellt. Hierbei scheut euch bitte nicht Fragen zu stellen, wenn ihr etwas nicht verstanden haben solltet. Es ist nicht wie in der Schule, dass eure mündliche Leistung in eine Note eingehen könnte. Daher: Nur Mut zur Frage! Manchmal gibt es auch Präsenzaufgaben, die nur in den Übungen vor Ort bearbeitet oder vom Leiter präsentiert werden. Diese Art der Aufgaben erfreuen sich unter den Studierenden immer höherer Beliebtheit, sie sind aber meist nur in der Informatik zu finden.

Teilweise sind die Übungsaufgaben in der Informatik komplett freiwillig und dienen nur dem, was ihr Name schon andeutet: dem Üben. Es können aber auch Bonuspunkte auf eine Klausur am Semesterende oder überhaupt erst eine Klausurzulassung damit verbunden sein (ja, mit den Bonuspunkten kann man dann theoretisch auch mal 120% erreichen …). Studierende müssen in jedem Fall eine Klausur oder mündliche Prüfung absolvieren, die zum Teil auf den Übungsaufgaben basieren. Also solltet ihr euch mit den Aufgaben auf jeden Fall eingehend beschäftigen. Sie sind nicht nur eine gute Vorbereitung auf die Klausur sondern auch ein gutes Mittel, um den Stoff zu vertiefen. In der Mathematik ist es üblich, dass ein gewisser Anteil der Aufgaben bearbeitet werden muss, um zur Klausur zugelassen zu werden.

Einige Übungsgruppenleiter, auf jeden Fall aber die Dozenten, bieten eine Sprechstunde an. Während dieser kann man noch mal auf kritische Punkte der Vorlesung eingehen und sich auch Tipps zur aktuellen Übungsaufgabenserie abholen. Auch wenn Übungsleiter schon lange studieren, sind sie genauso wenig Ansprechpartner für Fragen zur Prüfungsordnung wie die Dozenten der Vorlesungen.

Die Übungsaufgaben, von denen die Rede ist, sind schwer, manchmal zu schwer, um die Lösung alleine zu finden. Und vor allem bei der Mathematik ist dies von den Dozenten auch so geplant, also nicht erschrecken! Findet euch mit anderen Kommilitonen zusammen und versucht zusammen, etwa nachmittags in der Mensa, die Aufgaben, so gut es geht, zu bearbeiten. Auch wenn die Dozenten Abgaben in höchstens Zweiergruppen wünschen, ist die Zusammenarbeit in großer Gruppe sinnvoll; die Ergebnisse notieren sollte jede Gruppe jedoch unabhängig und für sich alleine. Die Zeit, die dafür einzukalkulieren ist, schwankt je nach persönlichen Fähigkeiten zwischen zwei und zehn Stunden, wobei die mathematischen Veranstaltungen eher die obere Grenze berühren. Hier tut sich auf, warum Studieren eine Vollzeitbeschäftigung ist und es gravierende Unterschiede zu den obigen populären Disziplinen gibt. Übung macht den Master!

Tutorien

Tutorien sind Blockveranstaltungen, die der Nachbereitung von Vorlesungen dienen. Man könnte sie auch als vertiefende Übungen klassifizieren. So werden zum Beispiel jeweils nach den ersten beiden Semestern meist zweiwöchige Tutorien in Linearer Algebra sowie Analysis angeboten, die wiederum von HiWis geleitet werden. Sie sind eine weitere Möglichkeit, noch offene Fragen zu klären und eine willkommene Abwechslung zum Lernen im stillen Kämmerlein und sollten unbedingt besucht werden, nicht nur wenn man die Nachschreibeklausur nach den Semesterferien schreiben muss.

Praktika

Es gibt zwei Sorten von Praktika:

Zum einen Praktika außerhalb der Uni, zum Beispiel die Schulpraktika der Lehramtsstudierenden oder das Industriepraktikum in der Informatik.

Zum anderen gibt es Praktika innerhalb der Uni, in denen das praktische wissenschaftliche Arbeiten erlernt werden soll. Auch hierfür muss man sich in der Regel anmelden. So werden zum Beispiel im Hardwarepraktikum Schaltkreise am Rechner simuliert oder in den Mathematikpraktika Stochastik oder Numerik praktisch betrieben. Für im späteren Verlauf des Studiums durchgeführte Praktika werden häufig Programmierkenntnisse in geringem Maße vorausgesetzt, kleine Einführungen dazu bietet das Rechenzentrum in der vorlesungsfreien Zeit an, meist genügen aber Erfahrungen aus den Grundmodulen. Gleich im ersten Semester ist für die Informatik das einführende Programmierpraktikum angesiedelt. Hier werden in kleinen Gruppen die Programmierkenntnisse (vermutlich dieses Semester in der funktionalen Sprache Scheme) vertieft, während obige Übungen eher theoretische Sachverhalte beleuchten.

Proseminare und Seminare

Veranstaltungen, die ihr später in unserem Fachbereich kennenlernen werdet, sind Proseminare und Seminare. In einem Proseminar wird meist ein Teilgebiet des Studienfaches anhand konkreter Probleme erarbeitet. Insbesondere sollen Studierende selbst die notwendigen Begriffe und Methoden entwickeln, deren Bedeutung durch das eher passive Aufnehmen in den Vorlesungen nicht unbedingt klar wird.

In den Seminaren hingegen hält jeder Teilnehmer einen Vortrag über einen Abschnitt aus einem Buch oder über eine wissenschaftliche Originalarbeit. Es empfiehlt sich, vor dem ersten eigenen Vortrag ein Seminar als Gast zu besuchen, damit man weiß, was einen erwartet.

Prüfungsmanagement (StudiDB/QIS)

Früher wurden für jede (erfolgreich) absgeschlossene Prüfung ein Bestätigungsschreiben, ein so genannter Schein, ausgestellt. Seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge ist dies nicht mehr der Fall.

Alle eure Prüfungen werde elektronisch gespeichert. Für die Informatik geschieht dies in der StudiDB, für alle anderen Fächer dient die Studierenden-Online-Funktion (QIS) als Plattform.

In diesen Plattformen könnt ihr nicht nur eure bisherigen Noten einsehen, sondern meldet euch auch zum Ende des Semesters hin zu den Klausuren an, an denen ihr teilnehmen möchtet. Viele Fächer regeln zudem die Anmeldung für ihre Seminare über das QIS, dies ist aber weder in der Informatik noch in der Mathematik der Fall.

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